In diesem Buch geht es um die Philosophien der Autoren und darum, was ihr „Pferdisch-Prinzip“ ist.
Meine Meinung
Ich habe noch nie so schnell ein Buch wieder hochgewürgt.
Auf Seite 17 steht, das Pferd sei kein Fluchttier, weil die Autoren einmal gesehen hätten, wie drei Stuten ein Fohlen gegen einen Rottweiler verteidigten, anstatt wegzulaufen. Ja, sie hatten Angst um das Fohlen. Es war ein Schutztrieb, der sie dazu veranlasst hat, die Gefahr zu beseitigen. Aber wenn sich die Autoren auf die Weide gestellt und einen Luftballon hätten platzen lassen, hätten die Stuten sehr schnell die Beine in die Hand genommen. Das ist nämlich einmal mit unseren Wallachen passiert.
Elvis hat auch einmal fast unseren Jagdhund umgebracht, als dieser seinen besten Freund, einen Zwergesel, beißen wollte.
Dann heißt es auf Seite 23: „Unser Weg ist freundliche, liebevoll und sanft, sowie wie Pferdisch.“ Pferdisch ist ihre Interpretation der Sprache der Pferde untereinander – also freundlich, liebevoll und sanft. Das stimmt nicht. Pferde beißen und treten den, der nichts zu sagen hat und ihnen im Weg steht. Und wenn einer es wagt, zum Heuhaufen des Chefs zu schielen, bekommt er ein warnendes Stampfen als Antwort.
Mein Ventus fragt Elvis auch nie, wenn der in seiner Box steht und frisst: „Bitte, geliebter Elvis, geh doch mal da raus. Ich möchte schauen, ob dein Futter besser schmeckt als meins. Du darfst dann bei meiner Raufe fressen. Aber wenn du das nicht möchtest, gehe ich halt wieder.“ Oh nein, dann kommt er mit angelegten Ohren: „Ey, Alter, raus da, oder es gibt Prügel!“ Und wenn Elvis nicht rausgeht, geht Ventus eben rückwärts rein und schlägt aus.
Auf Seite 105 steht: „Wir sind des Pferdes Handicap, darüber müssen wir uns klar sein.“ Na, dann sollen sie doch aufhören, auf ihren Pferden zu reiten. Sie können ja Hobby Horsing machen. Anschließend geht es um den richtigen Sitz auf dem Pferd. Den erklären sie aber nicht. Sie sagen: „In dem Buch Pferdisch-Reiten: Pferdegerechte Kommunikation im Sattel … haben wir uns mit diesem Thema … befasst.“ (Achtung: Werbung für das nächste Buch – Rezension folgt.)
Ach, und wenn es schon um den Sitz geht: Friedhelm balanciert richtig auf der Dancer – Seite 39. Das arme Pferd hat schon Spreizbeine, weil Friedhelm so groß ist.
Fazit: Es kommt mir vor wie ein dicker Werbekatalog: Alles wird angerissen, aber nichts wird erklärt. Und am Schluss des Buches steht genau das drin: „Wir freuen uns auf Sie.“
Details
Autor: Christine und Friedhelm Pohl
Verlag: Müller Rüschlikon
Erscheinungsjahr: 28. Februar 2007
Seiten: 160
Buchstabenfresser-Wertung: 0 von 10 angeknabberten Büchern (reine Papierverschwendung)